Alle politisch Interessierten schauten am heutigen Sonntag nervös und aufgeregt nach Thüringen: Im kleinen südthüringischen Landkreis Sonneberg sollte etwas ganz Besonderes passieren. Nachdem die AfD in Brandenburg (Oder-Spree-Kreis) noch knapp mit ihrem Kandidaten auf kommunaler Ebene gescheitert war (hier sorgte der hohe Briefwahl-Stimmenanteil noch kurz vor dem Ende der Auszählung dafür, dass der bis dahin bei 51% in Führung liegende AfD-Kandidat doch noch abgefangen wurde), sollte es in Sonneberg mit dem Juristen Robert Sesselmann endlich soweit sein: Ein AfD-Ergebnis von über 50% und die erfolgreiche Wahl eines eigenen Kandidaten in das höchste kommunale Amt des Landrates.
Nach dem ersten Wahlgang hatte Sesselmann die absolute Mehrheit noch knapp verfehlt, in der Stichwahl vertrauten nunmehr die Altparteien wieder auf das bislang scheinbar bewährte Prinzip der „Stimmen-Koalition“: Also alle sog. „demokratischen“ Parteien gegen die AfD! Dass dadurch echte demokratische Prozesse durch die angeblich „demokratischen“ Altparteien mal eben außer Kraft gesetzt werden sollten, um den einen vermeintlich „undemokratischen“ Kandidaten zu verhindern, kümmert die machtgeile und in weiten Teilen korrupte „Politik-Elite“ dabei wenig. Da rufen plötzlich alle - selbst die Linkspartei - für die Wahl eines CDU-Vertreters auf, der sich im ersten Wahlgang auf Platz 2 festgesetzt hatte. Erinnert auffallend an das Blockparteien-System in der gescheiterten sozialistischen DDR.
Was im überwiegend apolitischen bzw.. links-rot-grün versifften Westen mit den überwiegenden Schlafschafen bzw. ideologisch Indoktrinierten in der Vergangenheit immer funktioniert hatte, muß aber im Osten - gerade in Thüringen oder Sachsen - keineswegs funktionieren. Im Gegenteil: Die selbstbewussten Bürger in Thüringen oder Sachsen, die weiterhin zu Zehntausenden bei von den Medien hartnäckig ignorierten „Montagsspaziergängen“ gegen das Politikversagen der Altparteien demonstrieren, nehmen diese Tricksereien und Manipulationen eines abgewirtschafteten Altparteien-Kartells sehr sensibel wahr. Die Folge ist dann eher eine Art von „Trotzreaktion“.
Und genau das ist jetzt in Sonneberg zu einer - aus Sicht der Altparteien erschreckenden - Realität geworden: Mit deutlicher absoluter Mehrheit (52,8%) sicherte sich der AfD-Kandidat Robert Sesselmann den Posten des Landrates. Besonders bezeichnend ist die im Vergleich zum ersten Wahlgang deutlich höhere Wahlbeteiligung: Mit fast 60% liegt die Vermutung somit nahe, dass die genannte „Trotzreaktion“ der Wähler in Verbindung mit dem medialen links-rot-grünen (Hetz-)Wirbel der Blockparteien-Vertreter gerade die Wahl des AfD-Vertreters noch zusätzlich begünstigt hat. Mit diesem „Dammbruch“ kann die AfD jetzt mit deutlichem Rückenwind in die nächsten Wahlen gehen - vor allem die Europawahl 2024 und die im gleichen Jahr stattfindenden Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg.
Das politische Signal aus dem kleinen südthüringischen Sonneberg sollte allerdings auch nicht überbewertet werden. Im Live-Stream von COMPACT entkorkte sich die zur Feier des Erfolges bereitgestellte Sektflasche sogar selbst, was Jürgen Elsässer als „göttliches Zeichen“ deutete. Im Überschwang sollte man allerdings nicht vergessen: Der politische Kampf gegen die Blockparteien auf breiter Front kann vielleicht punktuell im Osten, ggf. sogar auf Landesebene, nicht aber im Westen gewonnen werden. Zumal die AfD in Ost und West völlig andere Parteien sind: Im Osten politisch hyper-aktiv mit seit Jahren stetig anwachsender Mitgliedschaft und in der Fläche bei den Bürgern mit authentischen und lokal bekannten Vertretern fest verankert, im Westen völlig ohne kommunale Basis, dramatisch sinkenden Mitgliedszahlen sowie auch ohne annähernd bei den Bürgern bekannten Vertretern. Eher ein Sammelsurium von Zivilversagern, abgehalfterten Juristen, drögen Opportunisten und tumben Profiteuren.
Auch politisch trennen Ost- und West-AfD Welten. Während in Thüringen, Brandenburg oder Sachsen konkrete politische Arbeit auf der Basis der Partei-Programmatik erfolgt, irrlichtert die West-AfD mit Platten, dumpfen Parolen und nichtssagenden bunten Bildchen orientierungslos durch die Parlamente. Wenn die überwiegend Leistungs-, Qualifikations- bzw. Berufslosen im Westen überhaupt politische Aktivitäten entwickeln. Überwiegend werden im Westen nur die - immer weniger werdenden - eigenen Leute der „blauen Blase“ bespasst, während die Ost-AfD in großem Stil echte und breit angelegte Bürgerstammtische und gut besuchte Veranstaltungen organisiert. Im Westen wird das Parteivolk mit Homosexuellen, „Queeren“ und Rechtsextremisten aufgefüllt, im Osten hat man zahlreiche Vertreter von Handwerk und unternehmerischem Mittelstand in der Mitglieder- und Unterstützer-Basis.
Die politische „Wende“ gegen das links-rot-grüne Parteien-Kartell kann und wird nur vom Osten ausgehen. Die AfD insgesamt muss sich allerdings - vor allem im Westen - personell und intellektuell deutlich stärker professionalisieren. Denn andernfalls wird die „Wende“ nur ein Strohfeuer bleiben, zumal die Blockparteien über Innenministerin Faeser bereits zum nächsten Schlag ausholen: Dem Parteienverbot. Damit wäre für die West-Wähler - und damit die Mehrheit der bundesdeutschen Wahlberechtigten - eine Wahl von potentiellen „Demokratiefeinden“ absolut unmöglich. Und die innerhalb der (West-)AfD bereits in Ämtern und Mandaten positionierten Vertreter bzw. Mitarbeiter des Verfassungsschutzes (VS) werden aktiv an der Zerstörung und Zersetzung der „rechten“ Opposition zugunsten der links-rot-grünen Blockparteien weiterarbeiten.


